Smart City – 3 Forderungen an die Stadtentwicklung der Zukunft

Die intelligente Stadt ist das stadtentwicklungspolitische Heilsversprechen, das urbane Leben zu digitalisieren. Seit Anfang des Jahrtausends erträumen sich Poltik, Wirtschaft und Wissenschaft die Charakteristika unserer Städte durch Informationstechnologie grundlegend zu verändern: Smart Governance, Smart Economy – Smart Living. So sehr die Buzzwords Smart City, Wirtschaft 4.0 und Big Data Auskunft über unsere technologische Zukunft geben, die heutige Smart City ist noch am Anfang der Testphase.

Smart City

Smart City

Wie offen beispielsweise Helsinki mit den Daten seiner Verwaltung umgeht, ist ebenso fortschrittlich wie experimentell (brandeins 01/16). In Leipzig hat sich auf der Website zur 2011 initiierten offenen API demgegenüber wenig getan. Andere Städte punkten mit Wirtschaft, Mobilität, Gesellschaft – Rankings gibt es einige. Finanzielle, rechtliche und gesellschaftliche Hürden müssen auf dem Weg genommen werden. Die hochintegrierte Smart City erfordert einen Kraftaufwand, den Städte alleine nicht bewältigen können.

EU-Projekt Triangulum

Anfang 2015 Jahr startete das EU-Projekt Triangulum mit dem Ziel, Manchester (England), Stavanger (Norwegen) und Eindhoven (Niederlande) als Leuchtturmprojekte zu echten Smart Cities zu machen. Zugleich sind mit Leipzig, Sabadell (Spanien) und Prag (Tschechien) sogenannte Follower Cities von Beginn an eingebunden und stehen als nächste Förderschwerpunkte zum Smart City Ausbau bereit. Die Erfahrung aus der Städtekooperation koopstadt mit Nürnberg und Bremen dürfte Leipzig dabei helfen, von diesem Austausch umgehend zu profitieren.

Smart City Leipzig?

Der Stadt Leipzig bietet das Projekt ein großes Potential, dem anhaltenden Wachstum wegweisende Innovationen hinzuzufügen. Der Leipziger Westen dient mit dem richtigen Mix aus räumlichem Potential und wirtschaftlicher Dynamik als Laborraum. Befragungen im von Digitalen und Kreativen geprägten Unternehmernetzwerk haben schon in der Vergangenheit den Schwerpunkt infrastruktureller Weiterentwicklung aufgezeigt. Es wäre wünschenswert, wenn die Energie eines groß angelegten Projekts bis in die kleinteiligen Strukturen des Leipziger Westen hineinwirkt. Dazu sind uns am wichtigsten:

  1. Digitalisierung als strategischen Planungsprozess verstehen
    Allzu häufig werden Infrastruktur und Online-Angebote stiefmütterlich behandelt, weil Ressourcen fehlen oder übergreifende Konzepte fehlen. Dabei ist Digitalisierung von Städten ein hoher Attraktivitäts- und Zukunftsfaktor.
  2. Teilhabe von unten
    Durch Austausch und Kooperation mit den bereits ansässigen Unternehmen und Bürgern muss sichergestellt sein, dass die zukünftige Smart City nicht am Bedarf vorbeigeht. Innovation und Fortschritt ins Unbekannte also permanent mit den Voraussetzungen abgleichen. Den Austausch als dauerhaften Prozess zu organisieren, ist dabei die Herausforderung.
  3. Technologie als Mittel zum Zweck
    Sicher lassen sich für alle neuen Technologien Einsatzmöglichkeiten finden.Wirklich smart ist, sich nicht von den vielen Möglichkeiten blenden zu lassen, sondern sie zielführend einzusetzen.

Für das anlaufende Großprojekt Triangulum freuen wir uns, am Smart City Quartierskonzept im Leipziger Westen mitzuwirken. Verschiedene Akteure aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft haben dazu bereits mit dem Team von Verwegener & Trefflich mit unkonventionellen Methoden an ersten Ideen gearbeitet. Wir sind gespannt, was sich daraus entwickelt.

Von Moritz Schefers

Moritz Schefers ist Kommunikations-wissenschaftler und Medienstratege. Themenschwerpunkte hier im Blog: Marketing und Kommunikation.