Neues Zentrum für Stadtentwicklung in der alten Glasfabrik Die Glasfabrik in Leutzsch. Foto: Manuel Emmelmann

An der Franz-Flem­ming-Stra­ße in Leip­zig haben meh­re­re ehe­ma­li­ge Indus­trie­ge­bäu­de wie­der Nut­zer gefun­den. Der Schwer­punkt der neu­en Mie­ter liegt in der Mischung aus Kunst und Krea­tiv­wirt­schaft. Mit der Glas­fa­brik kommt nun ein Ort mit der Aus­rich­tung auf Stadt­ent­wick­lungs­the­men hin­zu. „Initi­iert von ansäs­si­gen Kul­tur­schaf­fen­den und den neu­en Eigen­tü­mern ist vor­ge­se­hen einen gemein­schaft­lich genutz­ten Stand­ort zu ent­wi­ckeln, der auf viel­fäl­ti­ge Wei­se künst­le­ri­sche wie wis­sen­schaft­li­che Akti­vi­tä­ten ermög­licht“, schrei­ben die Macher auf der Web­sei­te. Geför­dert von Stadt Leip­zig, Kul­tur­stif­tung des Lan­des Sach­sen und Fonds Sozio­kul­tur sind die zwei Ver­ei­ne D21 (Kunst) und Oct­a­gon (Archi­tek­tur) aus dem Leip­zi­ger Wes­ten federführend.

Festival zum Auftakt der Glasfabrik als Raum für Stadtentwicklung

So ent­steht ein Raum für Dis­kus­sio­nen und Aktio­nen rund um die The­men Urba­nis­mus, nach­hal­ti­ge Stadt­ent­wick­lung, Kunst und Öko­lo­gie. Gear­bei­tet wird nicht nur orts­be­zo­gen, auch inter­na­tio­na­le Exper­ti­se zum The­ma wird ein­ge­holt. Vor allem die kom­men­de Ver­an­stal­tung Fes­ti­val STADTTFIN­DEN hat expe­ri­men­tel­len Cha­rak­ter. Vom 1. bis zum 10. Sep­tem­ber lädt die Grup­pe zu Work­shops, außer­dem wer­den am 9. Sep­tem­ber die Ergeb­nis­se des Glas­fa­brik LAB prä­sen­tiert. Neben der krea­ti­ven Her­an­ge­hens­wei­se ver­steht sich die Glas­fa­brik auch als kri­ti­scher Beob­ach­ter von Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­sen der moder­nen Stadt.

Smart City von unten

Was vie­le Stadt­pla­ner nicht nur in Leip­zig in der nähe­ren Zukunft am meis­ten beschäf­ti­gen wird, sind die neu­en Mög­lich­kei­ten einer digi­ta­li­sier­ten Stadt. Es ist rich­tig und wich­tig, sich den tech­no­lo­gi­schen Ent­wick­lun­gen nicht zu ver­schlie­ßen, denn es wird sich eini­ges tun. Vor allem Groß­pro­jek­te, die mit enor­men Mit­teln aus­ge­stat­tet sind, sind auf Indus­trie und For­schung aus­ge­rich­tet. Die Betei­li­gung der Bevöl­ke­rung in Groß­pro­jek­ten zu for­cie­ren ist wün­schens­wert, in der Pra­xis aber oft nicht hin­rei­chend umzusetzen.

Umso wich­ti­ger ist es, dass eige­ne Initia­ti­ven von unten ent­ste­hen. Um die Stadt­ent­wick­lung zu hin­ter­fra­gen, zu ergän­zen und smar­ter zu machen. Die Stadt, das sind in ers­ter Linie ihre Bewoh­ner, nicht ihre Archi­tek­tur oder Infra­struk­tur. Glas­fa­brik, das klingt schon nach Trans­pa­renz. Die Macher beton­ten bei der ers­ten Besich­ti­gung Anfang August den offe­nen Cha­rak­ter des Pro­jekts. In wel­che lang­fris­ti­gen Struk­tu­ren es über­führt wird, hängt auch von der Zusam­men­set­zung zukünf­ti­ger Akteu­re ab.

 

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Von Moritz Schefers

Moritz Schefers ist Kommunikations-wissenschaftler und Medienstratege. Themenschwerpunkte hier im Blog: Marketing und Kommunikation.