Mittelstand reagiert: Digitalisierung als Top-Trend 2017

Seit Jah­ren gilt der Mit­tel­stand als Digi­ta­li­sie­rungs­lang­schlä­fer. Eine Stu­die der Unter­neh­mens­be­ra­ter von Pri­ce­wa­ter­house­Coo­pers legt nahe, dass sich jetzt auch die letz­ten Nach­züg­ler mit der digi­ta­len Trans­for­ma­ti­on beschäf­ti­gen.

Laut der Befra­gung von ins­ge­samt 220 Mit­tel­ständ­lern mit Betriebs­um­sät­zen zwi­schen 50 und 500 Mil­lio­nen Euro sehen 90 Pro­zent der Unter­neh­mer Digi­ta­li­sie­rung als den zen­tra­len Trend an, der ihr Geschäft in den kom­men­den Jah­ren beein­flus­sen wird.

Digitale Produkte und kompetente Mitarbeiter gegen die Konkurrenz

Um auf die Ent­wick­lung zu reagie­ren, gehört zu den wich­tigs­ten iden­ti­fi­zier­ten Maß­nah­men wie Wei­ter­ent­wick­lung der eige­nen Pro­duk­te. Außer­dem hoch im Kurs: die Mit­ar­bei­ter wei­ter­zu­bil­den für digi­ta­les Den­ken. Immer­hin knapp die Hälf­te der Unter­neh­men möch­te auch das Geschäfts­mo­dell über­prü­fen. Dabei wer­den eher weni­ger klei­ne­re Star­tups oder grö­ße­re Kon­zer­ne als Kon­kur­renz wahr­ge­nom­men. Über­wie­gend will man sich durch einen Vor­sprung in der Digi­ta­li­sie­rung gegen die klas­si­schen Wett­be­wer­ber aus der eige­nen Bran­che wapp­nen.

Digitale Sicherheit wird zum Top-Thema des Mittelstands

Gefor­dert sei dazu vor allem Inno­va­ti­ons­fä­hig­keit, Krea­ti­vi­tät und Ver­än­de­rungs­be­reit­schaft. Ent­spre­chend der neu­en Her­aus­for­de­run­gen wür­den die befrag­ten Geschäfts­füh­rer vor allem in IT und IT-Sicher­heit inves­tie­ren, wenn sie eine Mil­lio­nen Euro zur Ver­fü­gung bekä­men. Den stärks­ten Zuwachs bekommt hier das The­ma Sicher­heit. Ins­be­son­de­re digi­ta­le Pro­duk­te und Geschäfts­mo­del­le sind schließ­lich wie gemacht für Wirt­schafts­spio­na­ge, außer­dem bezieht auch Such­ma­schi­nen­gi­gant Goog­le ver­stärkt siche­re Ver­bin­dun­gen in sei­nen Algo­rith­mus ein.

Was nicht in der Studie steht

Die Ergeb­nis­se der Befra­gung sind ein Fin­ger­zeig dafür, dass Mit­tel­ständ­ler ver­mehrt ver­ste­hen, auf die Digi­ta­li­sie­rung reagie­ren zu müs­sen. Die Fra­ge nach Inves­ti­tio­nen in IT ist aller­dings fik­tiv und es bleibt unklar, wie­viel und in wel­che Berei­che tat­säch­lich inves­tiert. Span­nend wäre gewe­sen, die Ant­wor­ten selbst nach Bran­chen auf­zu­tei­len. Ins­be­son­de­re Ban­ken, Ver­si­che­run­gen, Rechts­we­sen und ande­re Dienst­leis­ter gel­ten als beson­ders „digi­ta­li­sie­rungs­ge­fähr­det“. Aber auch in ande­ren Bran­chen soll­te sich der Gedan­ke durch­set­zen, dass das Geschäfts­mo­dell nur so lan­ge Bestand hat, wie es für die Nach­fra­ge als opti­ma­le Lösung gilt.

Chancen zur digitalen Entwicklung nutzen

Die Über­set­zung von ein­zel­nen Pro­zes­sen oder des gesam­ten Geschäfts­mo­dells in die digi­ta­li­sier­te Welt kann sprung­haft gesche­hen. Sel­ten kann der Unter­neh­mens­all­tag eins zu eins in die digi­ta­le Welt über­setzt wer­den, son­dern man muss einen Schritt zurück­tre­ten und Denk­mus­ter auf­bre­chen. Des­we­gen ist es fol­ge­rich­tig, Inno­va­ti­ons­fä­hig­keit als wich­tigs­te Trieb­fe­der zu iden­ti­fi­zie­ren. Dabei spielt Grö­ße eine unter­ge­ord­ne­te Rol­le. Klei­ne und Mitt­le­re Unter­neh­men soll­ten Digi­ta­li­sie­rung oder digi­ta­les Den­ken zur Chef­sa­che machen und Raum für Ent­wick­lung geben. Ob in regel­mä­ßi­gen Work­shops, als eige­ne Plan­stel­le oder mit Ein­zel­maß­nah­men zur Digi­ta­li­sie­rung von Pro­zes­sen.

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Von Moritz Schefers

Moritz Schefers ist Kommunikations-wissenschaftler und Medienstratege. Themenschwerpunkte hier im Blog: Marketing und Kommunikation.