Hybrid und für okay befunden! 54. U-Stammtisch Leipziger Westen

Kurzinfo zur Veranstaltung

Datum

08.06.2020 um 18:30 Uhr

Titel

Wie ist es? Was bleibt? Was hat sich verändert?

Ort

online und wunderbar - Leipzig Plagwitz


Gastgeber

wunderbar

Themen

… und Gäste:

Wie ist es? Was bleibt? Was hat sich verändert?

Unter diesem Motto stand der 54. Unternehmerstammtisch Leipziger Westen – vor Ort und online zugeschaltet – und für „gut“ befunden. Rund 33 Teilnehmer diskutierten mit BranchenexpertInnen über die Auswirkungen der Pandemie.

Die Folgen der Krisenzeit sind sehr vielfältig – von totalem Zusammenbruch des Geschäfts bis hin zu vollen Auftragsbüchern, alles war und ist vorhanden. Viele Unternehmen arbeiten momentan noch alte Auftragsbestände ab, erhalten aber keine Neuaufträge. Folgend ein Auszug über die Aussagen unserer ExpertInnen und aus der Diskussionsrunde.

54. U-Stammtisch „hybrid“

Gut zusammengefasst wurde die aktuelle Situation aus der Kultur- und Kreativwirtschaft von Katja Grosser, Kreatives Sachsen:

  • Auswirkungen lassen sich in 3 Wellen einteilen:
    1. sofortiges Wegbrechen aller Umsätze,
    2a. wirtschaftliches arbeiten nach Lockdown durch die Auflagen nicht möglich,
    2b Auftragslage war zunächst noch gut, es kommen jetzt aber keine Folgeaufträge mehr (z.B Programmierer, Grafik-Designer),
    3. Folgeschäden durch das Ausbleiben von Tantiemen (da keine Veranstaltungen stattfinden, die z.B. Gema Gebühren einbringen)
  • Umgang mit der Situation:
    1. Schockstarre,
    2. Fördermittel-„abgreifer“,
    3. Umstellung auf andere Vertriebswege/Verstaltungsformate, z.B. Video on demand – jedoch oftmals ohne Bezahlmodelle „Hauptsache weitermachen“
    – aber, ein großer Vorteil – Kreativwirtschaft solidarisiert und vereint sich, es entsteht ein neues Miteinander
    – in Leipzig gibt es einen Krisenstab aus mehreren Institutionen und Ämtern – die Zusammenarbeit funktioniert gut

Weitere Aussagen und Kommentare:

  • Soforthilfe bringt wenig, da kaum Betriebsmittel/-ausgaben vorhanden sind und deshalb können diese Finanzmittel auch nicht in Anspruch genommen werden
  • Unternehmen, die bereits Onlineangebote aktiv vor der Pandemie installiert hatten, haben weniger Probleme
  • der Weg zum Arbeitsamt ist/war sehr schwer und „demütigend“
  • große Zukunftssorgen und Ängste
  • zunächst keine großen Auswirkungen durch volle Auftragsbücher und Zuwachs im Online-Modehandel (mit erstaunlich niedriger Retourenquote)
  • inzwischen starke Auswirkungen durch Lieferschwierigkeiten der Lieferanten – sowohl in der Stoffproduktion als auch im Fahrradzubehör – mit entsprechenden verzögertem Erfüllen der Aufträge
  • wenig bis keine Neuaufträge
  • SAB Überbrückungskredite sind teilweise schwer zu bekommen
  • Kunden haben selbst Zahlungsschwierigkeiten
  • Gefahr in Liquiditätsprobleme zu gelangen ist absolut gegeben
  • die IHK-Umfrage ist düster, Prognose : 50% Umsatzeinbruch, 30% werden Personal abbauen, Unternehmen werden ganz geschlossen, Baugewerbe ist noch ok, Handel schlechte Prognose, kann aber durch Online etwas abmildern, Branchen wie Touristik, Kultur und Gastronomie liegen komplett am Boden

Anja Hähle-Posselt berichtet seitens der Wirtschaftsförderung über eine positive Abwicklung der Sorforthilfe der Stadt Leipzig für Soloselbständige zur Unterstützung bei den Lebenshaltungskosten. Mehr als 50 Mitarbeiter kümmerten sich um die schnelle und unbürokratische Abwicklung. Von den bereitgestellten 5 Millionen Euro Soforthilfe sind 4 Millionen ausgeschöpft – 2.100 Anträge bearbeitet und bereits ausgezahlt. Anträge können noch bis zum 30.06.2020 gestellt werden.

Wie geht es weiter?

In kleinen Diskussionsrunden/breakout sessions wurde über die Perspektive gesprochen und mögliche Kooperationsansätze diskutiert:

  • Das Wichtigste: „Zuversicht, Mut, ins Machen kommen
  • Es wird nicht mehr so wie zuvor
  • Neue Konzepte entwickeln und ein neues Miteinander generieren, branchenübergreifend
  • Netzwerkengagement stärken und Netzwerke ausbauen
  • Neue Geschäftsfelder entwickeln
  • Hybride Veranstaltung ausbauen und nutzen
  • Digitalisierung und Marketing ausbauen und nutzen bzw. jetzt aktiv gestalten und entwickeln
  • Durch Kooperationen und Netzwerke Unterstützung erhalten

Der Unternehmerstammtisch bietet auch verschiedene Unterstützungsangebote. Beim InnoNetzwerk wird in kleinen Gruppen individuell an dem Ausbau der jeweiligen Geschäftsfeldern gearbeitet. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Ebenso arbeiten wir – wunderbar und Unternehmernetzwerk Leipziger Westen – an einem gemeinsamen Statement zum aktuellen Konjunkturpaket, das wir dann der Landes- und Bundespolitik zustellen werden. Wir werden hierbei unterstützt durch die Wirtschaftsförderung, Kreatives Sachsen und Leipzig und dem Unternehmerverband Sachsen e.V. Wir wollen nämlich, dass die Gelder sinnvoll und zielgerichtet in der Wirtschaft eingesetzt werden.

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Von Frank Basten

Frank Basten ist Diplom Betriebswirt (FH), seit über 20 Jahren als Unternehmenscoach für KMU und Projektmanager für öf­fent­li­che Wirtschaftsförderung tä­tig und pu­bli­ziert hier zu al­len Themenbereichen der FREIEN WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG.