Fedor bleibt! Crowdfunding für Unternehmensnachfolge

Laden­lo­ka­le mit lan­ger Fami­li­en­tra­di­ti­on sind in den gleich­ge­mach­ten Stadt­bil­dern von heu­te eher rar. Rie­sen des Ein­zel­han­del äch­zen unter Umsatz­rück­gang, das alte Kon­zept Kauf­haus wird von Inves­tor zu Inves­tor wei­ter­ge­reicht. Eisen­wa­ren für jeden gibt es im Bau­markt des Ver­trau­ens, Spe­zi­al­tei­le sind online bestellt und am nächs­ten Tag im Brief­kas­ten.

Crowdfunding als Start-Finanzierung

Da sind Geschäf­te wie die 111 Jah­re alte Fedor Gross Eisen­hand­lung in Lin­denau eine schö­ne Abwechs­lung für kur­ze Wege. Das Ehe­paar Frank führt den Laden gemein­sam, die bei­den geben das Geschäft jedoch in die­sem Jahr aus Alters­grün­den auf. Damit der Laden doch nicht schlie­ßen muss, haben fünf Freun­de von Fedor eine Crowd­fun­ding-Kam­pa­gne ins Leben geru­fen: Fedor bleibt! Eine belieb­te Form der risi­ko­lo­sen Finan­zie­rung für Grün­der, aber für eine Unter­neh­mens­nach­fol­ge genau­so geeig­net. Noch 7 Tage läuft das Crowd­fun­ding auf der Leip­zi­ger Platt­form Visi­onbak­e­ry, die letz­ten 19% sind noch offen.

Fedor unter­stüt­zen!

Das Kollektiv von Fedor bleibt!

Das Kol­lek­tiv von Fedor bleibt!

Crowdfunding = sozial wirtschaften!

Laut Websi­de will das Kol­lek­tiv den Laden aus meh­re­ren Grün­den erhal­ten. Zum einen, um wei­ter­hin eine Alter­na­ti­ve zu Super- und Bau­markt zu bie­ten. Aber – und das ist neu – mit einem sozia­len Ansatz. Als Arbeit­ge­ber, Eisen­ex­per­ten, aber auch offen für neue Ide­en. So wol­len Sie ggf. Raum bie­ten für eisen­ver­ar­bei­ten­de Gewer­be oder für umlie­gen­de Haus­pro­jek­te eine Ein­kaufs­ge­nos­sen­schaft koor­di­nie­ren. Das Geschäft ist damit kein rei­ner Brot­er­werb für das Kol­lek­tiv Fedor Gross e.V. son­dern sozia­les Unter­neh­mer­tum.

In die­ser Form wäre eine Renais­sance des inha­ber­ge­führ­ten Ein­zel­han­dels im Sin­ne von wirt­schafts­na­her Stadt­ent­wick­lung gelun­gen. Pro­jek­te wie Fedor bleibt! ver­deut­li­chen den Stel­len­wert enger Bezie­hun­gen zwi­schen Unter­neh­men und ihrem Quar­tier. Im Umkehr­schluss heißt das: wer es schafft, sei­nem Umfeld einen Mehr­wert anzu­bie­ten, fin­det im Crowd­fun­ding eine gute Alter­na­ti­ve zur Finan­zie­rung durch Kre­di­te. Soviel Frei­heit und wenig Ein­schrän­kun­gen bie­tet kaum ein För­der­pro­gramm. Ein wei­te­rer Vor­teil ist, dass man durch die klein­tei­li­ge Finan­zie­rung bereits mit den wich­tigs­ten Per­so­nen für sein Geschäft in Kon­takt steht, den Kun­den.

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Von Moritz Schefers

Moritz Schefers ist Kommunikations-wissenschaftler und Medienstratege. Themenschwerpunkte hier im Blog: Marketing und Kommunikation.